
Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen: Ich war gerade mal 12 Jahre alt (1971). Im Fernsehen lief „Panopticum“, eine Informationssendung, die das Weltgeschehen jeder Woche in komprimierter Form vermittelte. Ein Beitrag davon war über einen jungen österreichischen Athleten, der in den USA die dortige Bodybuilding-Szene gehörig durcheinander wirbelte. Es handelte sich dabei natürlich um unseren Arnold Schwarzenegger. Ich saß wie gebannt vor dem TV-Schirm und sagte zu mir: „Das will ich auch machen!“ Das war der Tag, an dem ich mit meinem Training begann. Nachdem es zu dieser Zeit bei uns daheim keine Fitnesscenter gab, schon gar nicht auf dem Land, begann ich, meinen Körper als Gewicht einzusetzen: montags, mittwochs und freitags machte ich jede Menge Liegestütze, Klappmesser und Kniebeugen. Dienstags und donnerstags war dann Laufen angesagt. Meinem Vater lag ich pausenlos in den Ohren, dass er mir Kurzhanteln drehen solle und nachdem ich nicht locker ließ, machte er mir welche. Ich war nun stolzer Besitzer eines Paares 7 kg Kurzhanteln – die Welt wollte von mir aus den Angeln gehoben werden ;-) Mit den Jahren kamen dann eine handgefertigte Langhantel, Steck-Kurzhanteln, eine SZ-Stange und eine etwas windschief geratene Bank dazu. Das war mein Arsenal für die ersten acht Jahre – Fitnesscenter gab es bei uns noch immer keines (1979).
An der Theresianischen Militärakademie (Ther MilAk) hatte ich dann meinen ersten Kontakt mit brauchbaren Kraftmaschinen (1980) und ich nutzte jede Gelegenheit, mich in der dortigen Kraftkammer zu verbessern. Zwischendurch war ich auch noch in der Auswahlmannschaft der TherMilAk im Militärischen Fünfkampf. Doch meine große Liebe gehörte damals schon dem Bodybuilding. 1983 wollte ich es dann wissen. Ich meldete mich für die Neulingsmeisterschaft an. Mit Null Wettkampferfahrung, der Kenntnis der Grundposen aus Magazinen wie dem damaligen Athletik Sportjournal oder der Sportrevue, aber einem großen Herzen, ging ich an den Start. Damals hatten Meisterschaften in Österreich noch ein Starterfeld von rund 100 Athleten. Und so war ich auch nicht überrascht, als in meiner Klasse rund ein Dutzend Mitstreiter auf der Bühne standen. Was soll ich sagen? Ich genoss diesen Wettkampf ganz einfach – ich war immerhin auf nationaler Ebene bei einem Bodybuildingbewerb dabei. Für mich gab es damals nichts Schöneres. Als ich dann auch noch den ersten Platz machte – ich war total von den Socken – schwebte ich auf Wolke Nr. 7.
Doch das Leben als junger Erwachsener besteht nicht nur aus Training und Wettkämpfen. Da ist mehr gefordert als „bloß“ große Muskeln. Meine Frau und ich restaurierten unser Haus, mein Sohn Harald kam auf die Welt, mein Beruf als Kommandant einer leichten Infanteriekompanie forderte mich ständig. Wettkämpfe waren in dieser Zeit keine möglich, doch das Training wurde nie vernachlässigt.
Was soll ich sagen? Immer, wenn es mir in den kommenden Jahren beruflich und familiär möglich war, suchte ich den Vergleich mit anderen Athleten. Damit gewann ich Routine, eignete mir eine Menge Wissen über unseren Sport an. Das Wichtigste für mich war und ist allerdings, dass mich all die harte Arbeit, die Disziplin und das Durchsetzungsvermögen auch für das Leben geprägt haben. Diese Attribute, die unseren Sport auszeichnen, haben mir beruflich sehr geholfen und waren auch mit ein Grund, dass ich mein Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien als Berufstätiger unter der Mindeststudiendauer geschafft habe.
Heute als 48 Jähriger freue ich mich jedes Mal, wenn mein Sohn Harald (23) und ich gemeinsam trainieren können. Ein absoluter Höhepunkt meiner sportlichen Wettkämpfe war sicherlich 2007, als Harald und ich gemeinsam unsere Vorbereitung auf die Frühjahrssaison 2007 durchgezogen haben. Dass wir beide unsere Klassen gewonnen haben, ist dabei nur das berühmte Tüpfelchen auf dem i, das Beste war jedoch, dass durch dieses gemeinsame Bestehen dieser Herausforderung unser ohnedies ausgezeichnetes Vater-Sohn-Verhältnis noch vertieft wurde. Harald und ich wollen es 2009 noch einmal versuchen. Wenn uns beruflich und gesundheitlich nichts in die Quere kommt, bin ich zuversichtlich, dass wir beide wieder ein tolles gemeinsames Erlebnis haben werden. So schön kann Bodybuilding sein!
| Steckbrief |
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| Geb: |
30. 07. 1959 |
| Ort: |
St. Pölten (Niederösterreich) |
| Wohnhaft: |
Statzendorf |
| Beruf: |
Berufsoffizier |
| Aktiv: |
seit 1983 |
| Vorbilder: |
Humanisten |
| Hobbys: |
Lesen, Motorradfahren, Reisen |
| Größe: |
178 cm |
| Off season: |
110 kg |
| Wettkampf: |
98 kg |
| Oberarm: |
49 cm |
| Ernährung: |
Ich esse wenig Kohlenhydrate, viel Eiweiß |
Größte Erfolge:
- Österreichischer Staatsmeister 1989, 1994
- Sieger im Austria Cup 1992
- Sieger im Großen Preis von Österreich 1988, 1989
- Österreichischer Neulingsmeister 1983
Internationale Teilnahmen:
- 2007: Masters EM, Masters + 90 Kg, 3. Platz
- 1994: Länderkampf CZ-AUT, Männer + 90 Kg, 1. Platz
- 1994: EM, Männer + 90, 5. Platz
- 1991: WM, Männer + 90 kg, 10 Platz
- 1989: EM, Männer bis 90 Kg, 5. Platz
- 1988: EM, Männer bis 80 Kg, 10. Platz